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Walter Zorn

Von Stadtwiki

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Walter Zorn (* 6. Dezember 1911 in Eutingen; † 30. November 2006 in Pforzheim) war Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Firma Wälztechnik Saacke-Zorn GmbH & Co. KG in Pforzheim-Eutingen.

Leben

Walter Zorn wurde am 6. Dezember 1911 in Eutingen als jüngster von vier Söhnen geboren. Nach dem Besuch der Volksschule begann er im April 1926 eine Mechanikerlehre bei dem Pforzheimer Unternehmen Carl Härdtner und Alvera + Schofer. 1931 wechselte er zur Firma Schmidt-Staub, wo er zum Abteilungsleiter aufstieg. 1935 machte er die Meisterprüfung und begann 1936 ein Ingenieurstudium in Karlsruhe.

Neben Tätigkeiten als Werkstudent bei Daimler-Benz und Siemens + Halske verdiente er sich seine "Studienbeihilfe" als Mechaniker bei der Firma Gebr. Saacke in Pforzheim. Hier lernte er die damalige komplizierte und trotzdem oft unzulängliche Herstellung der Wälzfräser kennen. Obwohl die eingefleischten Vollstahlfräserhersteller im Hause Saacke dem bisherigen Schmuckwerkzeugmacher einiges Misstrauen entgegenbrachten, wurde seine Idee eines zusammengesetzten Werkzeugs dann doch unterstützt, weil man den für damalige Verhältnisse überwiegenden Vorteil der Schnellstahlersparnis erkannte.

Nach dem Studium trat Walter Zorn im September 1939 offiziell als staatlich geprüfter Ingenieur in die Firma Gebr. Saacke ein. Im September 1943 wurde die Firma Wälztechnik als selbständiger Betrieb gegründet und von Walter Zorn als Mitinhaber geleitet. Ende 1943 erfolgte die Auslagerung in die Turnhalle nach Eutingen. In dieser Zeit wurde für den SAAZOR-Stollenwälzfräser das Patent erteilt, das den Nachbau bis Anfang der 60er Jahre verbot.

In den letzten Kriegstagen musste Walter Zorn die Uniform anziehen und wurde im Schwarzwald gefangen genommen. So ruhte die Wälztechnik während seiner Gefangenschaft. Erst Mitte 1947 konnte die Produktion, nach wie vor in der Turnhalle, mit kleinsten Schritten wieder aufgenommen werden. Eine Überschwemmung im Dezember 1947 drohte diese Schritte wieder zunichte zu machen.

Mit äußerster Anstrengung sämtlicher Mitarbeiter wurden die Schwierigkeiten der frühen Nachkriegszeit überwunden. Im Jahre 1951 konnte in der Eutinger Straße 164 eine erste moderne Fabrikanlage bezogen werden. Nun ging der Aufbau der Firma, nachdem die Automobilindustrie von den Vorteilen des SAAZOR-Stollenwälzfräsers überzeugt war, stetig voran. Moderne Maschinen konnten angeschafft oder im eigenen Maschinenbau selbst hergestellt werden. 1961 wurde die Fabrik bereits um eine Halle erweitert. 1974 wurde noch ein Werk in Frankreich errichtet.

1939 heiratete Walter Zorn seine Ehefrau Erne geborene Aeckerle. Sie starb 1986. Er hatte eine Tochter und einen Sohn, der seit 1985 zusammen mit ihm die Firma leitete. 1993 übernahm Bernd Zorn die alleinige Leitung. Zwischenzeitlich war auch der Enkelsohn Steffen in die Firma eingetreten. Nach der Trennung von der Gesellschaftergruppe Saacke 1997 wurde die Firma in SAAZOR-Wälztechnik Zorn GmbH & Co. KG umbenannt. 2002 bezog das Unternehmen nach über 50 Jahren am Standort Eutingen ein neu erstelltes Firmengebäude im Pforzheimer Gewerbegebiet Hohenäcker.

Neben seinem beruflichen Engagement war Walter Zorn ein begeisterter Skifahrer und engagierter Golfspieler.

Quellen

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