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Carl Dittler

Von Stadtwiki

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Carl Dittler (* 18. September 1802 in Wilferdingen; † 21. März 1876 in Orange (New Jersey) war Revolutionär in Nordbaden und musste ins Exil.

Leben

1825 übernimmt Dittler von seinem Vater die Rössle-Wirtschaft, in der es seit 1680 bereits vier Dittler-Generationen als Küfer und Gastwirte zu Ansehen und Wohlstand gebracht haben.

Carl Dittler, der nach sozialer Gerechtigkeit strebt, gründet 1848 in Wilferdingen zusammen mit dem Steinhauer Philipp Jakob Krauß und dem Metzger Christian Maier sowie einer Reihe weiterer Bürger einen der über 400 demokratischen Volksvereine mit über 35.000 Mitgliedern in ganz Baden. Am 3. Juni 1849 wird Dittler im Wahlbezirk 14 (Durlach, Bretten, Pforzheim) mit fast 8.000 Stimmen in die Constituierende Versammlung, das erste frei gewählte Parlament in Baden, gewählt. Frauen waren nicht wahlberechtigt.

Noch am 25. Juni 1849 kämpft Dittler an der Seite seiner Gesinnungsgenossen bei Durlach gegen die Übermacht der preußischen Armee. Der Verhaftung und dem damit drohenden Standgericht kann er sich nur entziehen, indem er im Obergeschoss seines Wirtshauses zum Fenster hinausklettert und sich solange am Wirtshausschild festhält, bis die Hausdurchsuchung vorbei ist. Am Morgen des 26. Juni bringt ihn sein Schwiegersohn, der spätere Bürgermeister Friedrich Schlemm, in einem Jauchefass versteckt, über Feldwege ins nahe Württemberg. Dort soll er in der Hochmühle bei Ottenhausen und in Conweiler, zeitweilig auch bei seiner mit dem Iptinger Müller Jacob Burger verheirateten Tochter Henriette Unterschlupf gefunden haben. Die Oberämter Vaihingen und Maulbronn wurden beauftragt, nach ihm zu fahnden, aber dies blieb ohne Erfolg. Aus dem Exil in Württemberg bittet der inzwischen Verurteilte am 6. März 1851 in einem persönlichen Schreiben an den badischen Großherzog um Straferlass, zumindest aber um freien Abzug nach Amerika. Beides wird nicht gewährt, dafür die Fahndung umso intensiver fortgesetzt.

Seine elf Kinder, meist Töchter und noch minderjährig, stammen aus zwei Ehen. 1824 heiratet Dittler Karoline. Nach ihrem Tode heiratete er 1835 ihre Schwester Barbara. Erst Mitte des Jahres 1853 setzt er sich mit dem Wissen seiner zweiten Frau Barbara über die Schweiz und Frankreich nach Nordamerika ab. Sein umfangreiches Vermögen hat der Staat schon 1849 beschlagnahmt. In einem langwierigen Prozess muss Barbara Dittler um den von ihr eingebrachten Anteil kämpfen.

Im Sommer 1859 kehrt Dittler in seine Heimat zurück. Aufgrund einer zwei Jahre zuvor verkündeten Amnestie wird ihm seine Strafe erlassen. Doch erst im Dezember 1863 gibt ihm das badische Innenministerium die entzogene Staatsangehörigkeit und die Gemeinde Wilferdingen sein Bürgerrecht zurück.

Da sich Dittler zu sehr an die Freiheitsluft in den Vereinigten Staaten gewöhnt hat, verlässt er zum zweiten Mal Wilferdingen, erneut ohne seine Frau Barbara, die es ablehnt, mit ihren Kindern nach Amerika auszuwandern. Dennoch bleibt der Schmerz um die verlorene Heimat, wie eine Strophe eines seiner zahlreichen Gedichte bezeugt. Unter dem Titel: „Schmerzliche Erinnerungen eines Verbannten“ heißt es:

"Ach, so ist mir nichts geblieben

als der Schmerz fürs Vaterland,

als die Trennung von den Lieben

- und zu allem noch misskannt."

Dittler stirbt am 21. März 1876 in Orange (New Jersey) und wird an der Seite seiner dritten Frau Wilhelmina auf dem Rosedale-Friedhof in Orange beigesetzt. Einem Nachruf im Newark Daily Advertizer vom 21. März 1876 mit der Überschrift „Death of a German Revolutionist“ ist zu entnehmen, dass sich Carl Dittler nach einem Aufenthalt in Newark als Farmer in Green Village (Morris County) angesiedelt hatte und dort auch als Postmeister tätig war. Außerdem ist vermerkt, dass er Besitzer eines Hotels in Madison gewesen sei.

1997 wurde die Carl-Dittler-Realschule in Remchingen nach ihm benannt.

Quellen

Weblinks

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