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Christian Friedrich Wilhelm Roller

Von Stadtwiki

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Christian Friedrich Wilhelm Roller

Christian Friedrich Wilhelm Roller (geb. 11. Januar 1802 in Pforzheim; gest. 4. Januar 1878 in Achern. Beruf: Arzt, Psychiater, Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Illenau.

Familie

Christian F. W. Roller erblickte als zweites Kind und ältester Sohn des Pforzheimer Irrenarztes Johann Christian Roller und dessen Ehefrau Augusta geb. Finner, das Licht der Welt. 1840 vermählte er sich mit seiner Cousine Christiane Roller.

Leben

Nach dem frühen Tode des Vaters besuchte der junge Christian Friedrich das Karlsruher Lyzeum bis zur Reifeprüfung. Der ererbten Veranlagung folgend, studierte er danach mit staatlicher Unterstützung an der Universitäten Tübingen, Göttingen und Heidelberg Medizin. Mit der Note vorzüglich befähigt legte Roller - den damaligen Vorschriften entsprechend – vor der Sanitätskommission in Karlsruhe im Jahre 1822 die medizinische Staatsprüfung mit vollem Erfolg ab. Im Anschluss daran wirkte er drei Jahre als praktischer Arzt in seiner Vaterstadt Pforzheim. Um sich aber auf dem Gebiete der Psychiatrie weiter auszubilden, unternahm Roller eine ausgedehnte Studienreise, die ihn zunächst nach Paris, dann über Belgien, Holland, Hamburg, Berlin und Prag wieder in das heimatliche Pforzheim zurückführte.

Noch während dieser Reise wurde der strebsame junge Mediziner 1826 zum Assistenzarzt an der Heidelberger Irrenanstalt ernannt. Zum Jahresende 1835 erhielt Roller an Stelle des in den Ruhestand versetzten Hofrats Dr. Friedrich Groos, der übrigens zuvor bis 1826 Nachfolger von Rollers Vater in Pforzheim gewesen war, den Posten des Anstaltsdirektors. Er erkannte sogleich, dass die inmitten der Stadt Heidelberg gelegenen Baulichkeiten der Anstalt, die früher ais Jesuitenkonvikt dienten, niemals einer geordneten Irrenpflege genügen konnten.

In Rede und Schrift warb deshalb Roller, der sich inzwischen im Sommer 1840 mit seiner Pforzheimer Cousine Christiane Roller vermählt hatte, für den Gedanken eines völligen Neubaues einer Heil- und Pflegeanstalt in landschaftlich schöner Lage Mittelbadens. Mit Unterstützung der Minister Winter und Reitzenstein, verschiedener Verwaltungsbeamten und Landtagsabgeordneten setzte er seinen Willen durch. Im Jahre 1837 wurde so auf dem Boden der Gemarkung Achern die Anlage mit umfangreichen Erdarbeiten begonnen, 1839 die feierliche Grundsteinlegung vorgenommen aus deren Anlass man ihn zum Medizinalrat beförderte und schließlich 1842 die neue Anstalt bezogen. Der in der Nähe des Anstaltsgeländes vorbeifließende Illenbach gab der Gründung Rollers den Namen Illenau.

Jetzt endlich konnte der fortschrittliche Psychiater seine Ideen verwirklichen, die freiwillige Arbeit, Unterhaltung und Zerstreuung als erfolgreiche Heilmethoden anwandten. Die Illenau wurde in zunehmendem Maße studienhalber von in- und ausländischen Fachkollegen besucht und erfreute sich bald eines internationalen Rufes. Roller selbst benützte voller Pflichtbewusstsein den jährlichen Sommerurlaub zu Studienreisen - so vor allem in die Schweiz - und pflegte umfangreiche persönliche Beziehungen.

Neben eigener fachliterarischer Tätigkeit gründete er u. a. im Jahre 1844 mit seinen Fachkollegen Carl F. Flemming und Heinrich Ph. A. Damerow die Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und rief 1867 eine Vereinigung der südwestdeutschen Irrenärzte ins Leben. Auch eine Unterstützungskasse Illenau und ein Hilfsverein für Geisteskranke führten auf ihn ihren Ursprung zurück.

Dem verdienten Manne verliehen die Universitäten Heidelberg und Basel die Würde eines Ehrendoktors. Aus Anlass seines 25jährigen Dienstjubiläums wurde er 1852 zum Geheimen Hofrat, 1862 zum Geheimen Rat 3. Klasse und 1866 zum Geheimen Rat 2. Klasse erhoben.

Seit Herbst 1877 begann sich Roller nicht mehr wohl zu fühlen, und auch der übliche Erholungsaufenthalt in Bad Peterstal brachte keine Besserung. Ein plötzlicher Frostanfall im Dezember 1877 hatte anhaltend hohes Fieber im Gefolge, dem er am 4. Januar 1878 - genau am 51. Jahrestag seines Wirkens als Irrenarzt - erlag.

Literatur

Badische Heimat, Goldstadt Pforzheim, Sept. 1970

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