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Sporthaus Götzendörfer

Von Stadtwiki

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Das Sporthaus Götzendörfer war ein Fachgeschäft für Sportbedarf in Pforzheim im Martinsbau in der Dillsteiner Straße 3a und in Birkenfeld am Marktplatz in der Dietlinger Straße 11.

Gründer war Hermann Götzendörfer (* 7. November 1907; † 7. März 1969). Der Betrieb wurde 1945 gegründet und 1988 aufgelöst.

Geschichte

Mit der wachsenden Zahl der Neubauten im Stadtkern stabilisiert sich langsam auch das Geschäftsleben, das in den letzten Jahren für viele Firmen ein unstetes "Wanderleben" war. In die bisherigen Räume des Damenbekleidungshauses Erber, das letzte Woche im eigenen Haus in der Leopoldstraße eine repräsentative Front bezogen hat, wurde jetzt das Sport- und Lederwarenhaus H. Götzendörfer verlegt. Damit hat auch dieses bekannte Sportgeschäft eine endgültige Bleibe in hervorragender Verkehrslage gefunden, die ihm jetzt vor allem eine auffällige Schaufensterfront für sein vielseitiges Verkaufsprogramm gewährt.

Im Rahmen einer kleinen Eröffnungsfeier gestern vormittag gab Hermann Götzendörfer einen kurzen Rückblick auf das bewegte Schicksal seines Geschäftes in den letzten zehn Jahren. Es wurde 1945 in einer Etage zwischen Trümmern in der Bertholdstraße gegründet; die Fenster waren damals noch mit Brettern vernagelt, und nur ein kleines Guckloch ließ Licht herein. Der kleine Etagenraum wurde bald auf etwa 100 Quadratmeter erweitert. 1950 gelang der Sprung in das Stadtzentrum, wo an der Ecke Leopold- und Zerrennerstraße ein Laden eröffnet wurde. Da hier das Möbelbaus Gänssle aufstockte, zog das Sporthaus Götzendörfer im September letzten Jahres vorübergehend in einen Behelfsladen in der Zerrennerstraße. Gestern konnte es nun im Martinsbau ausreichende Räume mit 225 Quadratmeter Fläche und fünf Schaufenstern in Betrieb nehmen.

Von der Pike auf hat Herr Götzendörfer im Sportartikelgeschäft gelernt. Vor 35 Jahren trat er als Lehrling in Deutschlands ältestes Sporthaus in Freiburg ein, war später in verschiedenen Sporthäusern angestellt und zuletzt fünfzehn Jahre lang Leiter der Sportabteilung eines Pforzheimer Kaufhauses, bevor er sich nach dem Krieg selbständig machte. Sein Spezialgeschäft hat bisher eine erfreuliche Entwicklung genommen; es zählt zu den Lieferanten vieler Sportvereine, Behörden und Schulen und ist durch sein reichhaltiges Sortiment in allen Arten von Sportartikeln wie in Camping-Ausrüstung bekannt. Ein Gang durch die neuen Räume läßt diese Vielfalt erkennen. Im Souterrain ist neben der Camping-Abteilung und einem kleinen Büro auch eine eigene Werkstatt untergebracht.

Im Auftrag der Industrie- und Handelskammer sowie des Einzelhandelsverbandes überbrachte Geschäftsführer Westphal herzliche Glückwünsche zu dem neuen repräsentativen Ladenlokal. Direktor Wagner sprach für die Volksbank. Hermann Götzendörfer durfte viele gute Wünsche bei der Eröffnungsfeier entgegennehmen.[1]

Nachruf auf Hermann Götzendörfer

Nach längerer Leidenszeit ist der bekannte Pforzheimer Hermann Götzendörfer gestern im Alter von 61 Jahren gestorben. Am 7. November 1907 in Freiburg geboren, kam der Inhaber des Sporthauses Götzendörfer schon in jungen Jahren nach Pforzheim, nachdem er in seiner Heimatstadt eine kaufmännische Lehre absolviert und die Handelsschule besucht hatte. In Pforzheim fand Hermann Götzendörfer zu Beginn der Dreißiger Jahre im ehemaligen Kaufhaus Schocken eine neue Wirkungsstätte. Dort leitete er die Haus angegliederte Abteilung für Sportartikel. Im zweiten Weltkrieg wurde der geschätzte Mitbürger Soldat. Nach seiner Rückkehr machte er sich schon im Jahr 1945 selbständig. Er richtete in der Bertholdstraße ein Lederwarengeschäft ein, zu dem auch eine Sportartikelabteilung gehörte. Die nächsten Stationen im Zug einer stetigen Ausweitung des Geschäfts waren die Räumlichkeiten an der Leopoldstraße, in denen heute das Möbelhaus Gänssle untergebracht ist, und dann an der Zerrennerstraße, Ecke Waisenhausplatz.

Vor über zehn Jahren erfolgte der letzte Umzug in den "Martinsbau". Sportkonfektion, Freizeitkleidung und Sportartikel wurden in immer größeren Sortimenten in das Angebot aufgenommen. In den letzten Jahren wurde das bekannte Sporthaus überwiegend von Frau Götzendörfer geführt, da der Gesundheitszustand des Geschäftsinhabers immer mehr zu wünschen übrigließ.

Hermann Götzendörfer hat sehr vielen Pforzheimer Sportvereinen angehört. Besonders fühlte er sich mit Skiclub Pforzheim verbunden. Seine Liebe galt dem Wintersport und dem Bootssport. Als froher Mensch fühlte er sich im geselligen Umgang wohl. Dem Wandern war Hermann Götzendörfer zeitlebens aufgeschlossen. Ebenso Entspannung fand er beim Geigenspiel. Hermann Götzendörfer war Mitglied des Verbandes deutscher Sportgeschäfte, des Einzelhandelsverbandes und des Verbandes "Intersport". Der Verstorbene hinterläßt Ehefrau und zwei Söhne. Den Angehörigen wendet sich die Teilnahme eines großen Bekanntenkreises zu.[2]

Einzelnachweise

  1. Pforzheimer Zeitung: Bekanntes Pforzheimer Sporthaus in neuen Räumen. Ausgabe vom 17. Mai 1955.
  2. Pforzheimer Zeitung: Er war dem Sport eng verbunden. Hermann Götzendörfer im Alter von 61 Jahren vom Tod abberufen. Ausgabe vom 8. März 1969.
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