Zur Anmeldung als Teilnehmer bitte E-Mail mit Nennung des gewünschten Benutzernamens an: pfenz@mail.de

Karl Heinrich Baumgärtner

Von Stadtwiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
Karl Heinrich Baumgärtner

Karl Heinrich Baumgärtner (geb. 21. Oktober 1798 in Pforzheim; gest. 11. Dezember 1886 in Baden-Baden. Beruf: Arzt, Professor der Medizin, Direktor und Dozent.

Leben

Als Karl Heinrich Baumgärtner sich für den ärztlichen Beruf entschied, bildete er innerhalb der männlichen Mitglieder seiner Familie eine Ausnahme. Sowohl sein Vater, Johann Friedrich Baumgärtner, der von 17911803 in Pforzheim zunächst als Verweser und dann als endgültig bestallter Leiter des Oberamtes wirkte, als auch seine beiden älteren Brüder hatten sich der juristischen Laufbahn zugewandt.

Durch berufliche Versetzung seines Vaters veranlasst, besuchte der geistig äußerst regsame Junge das Karlsruher Lyzeum bis zur Abschlussprüfung im Herbst 1815. Anschließend widmete er sich an der Universität Tübingen und von 1816 bis 1818 an der Universität Heidelberg dem Studium der allgemeinen Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe. Die Staatsprüfung legte er mit der Note gut befähigt ab. Bei einer Studienreise durch Deutschland, Österreich und die Niederlande machte er sich vor allem in Wien und Berlin mit den dortigen klinischen Einrichtungen vertraut. In die Heimat zurückgekehrt, wurde Baumgärtner zunächst Regimentsarzt in Rastatt, später in Karlsruhe. Zur weiteren Schulung gab man dem strebsamen jungen Mediziner die Gelegenheit, vorwiegend Hospitäler in Italien, Paris und London aufzusuchen. Die Beurteilung, die er hierbei von den medizinischen Fachleuten erfuhr, waren durchweg sehr günstig. Aus diesem Grunde berief man nach dem Tode des Hofrats Dr. Schaffroth den jungen Militärarzt als ordentlichen Professor der Pathologie (Nosologie und Therapie) und Direktor der medizinisch-klinischen Anstalten an die Universität Freiburg. Hier entwickelte er alsbald eine große Aktivität. So erfreute sich der Bau einer neuen Klinik in Freiburg der regen Förderung durch Baumgärtner, ebenso die im Jahre 1828 begonnene Poliklinik.

In Anerkennung seiner Leistungen wurde er zum Hofrat ernannt. Ein Beweis allgemeinen Vertrauens zu seiner Person war auch die 1829 erfolgte Bestallung zum Ministerialreferenten beim Kreisdirektorium Freiburg, eine Stellung, die er bis zum Jahre 1864 inne hatte. Der Ausbruch der Cholera in Paris veranlasste ihn im Frühjahr 1832 zu einer dreiwöchigen Studienreise in die französische Metropole. Auch bei der Einrichtung einer Kinderklinik in Freiburg im Jahre 1834 war Baumgärtner maßgeblich beteiligt, wie er sich überhaupt für die Gemeinschaftsaufgaben der Dreisamstadt sehr interessierte. Die Stadt Freiburg ehrte ihn deshalb 1834 durch die Verleihung des Ehrenbürgerrechts und viele wissenschaftliche Gesellschaften ernannten ihn zum ordentlichen Mitglied, der Verein der badischen Staatsärzte zum Ehrenmitglied.

Den Höhepunkt des Freiburger Wirkens von Karl Heinrich Baumgärtner, der 1848 den Titel eines Geheimen Hofrats erhalten hatte, stellte zweifellos seine Tätigkeit während des vierhundertjährigen Universitätsjubiläums im Jahre 1857 dar. Außer der Reihe zum Prorektor gewählt (Rektor sämtlicher badischer Hochschulen war damals automatisch der Großherzog!), repräsentierte Baumgärtner bei dieser Veranstaltung die Universität und hielt auch am 4. August 1857 in der Universitätskirche die Festrede. Umso verwunderlicher war es allerdings, dass einige Jahre später sein Ausscheiden aus dem Lehrkörper der Hochschule unter weniger erfreulichen Umständen erfolgte. Da man ihm von Seiten der medizinischen Fakultät nahegelegt hatte, mit dem eigentlichen klinischen Betrieb einen jüngeren Kollegen zu betrauen, gab er - darüber sehr gekränkt - zu Jahresbeginn 1862 um seine Zurruhesetzung ein, die dann schließlich auch genehmigt wurde. Im Sommer 1866 siedelte er zu seinem jüngsten Sohn nach Baden-Baden über. Dort segnete er auch das Zeitliche.

Literatur

Badische Heimat, Goldstadt Pforzheim, Sept. 1970

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Themenportale
Unterstützt von
Werkzeuge