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Farben-Haas

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Logo der Firma Farben-Haas

Die Firma Farben-Haas war ein Fachgeschäft für Künstler- und Malerbedarf in der Lammstraße 4 in Pforzheim.

Leistungsspektrum

Das Leistungsspektrum der Firma Farben-Haas umfasste

Geschichte

Werbung aus dem Jahr 1987

1888 gründete Jakob Haas in Gemmingen seine Farbenhandlung. 1904 zog es ihn in die Goldstadt, wo er kurze Zeit ein Geschäft an der Östlichen führte. 1906 erwarb er das Haus Lammstraße 2, die "Urzelle" der heutigen Farben-Haas KG. Als Jakob Haas 1915 starb, traten seine drei Töchter an der Seite ihrer Mutter ins Geschäftsleben ein.

Im Jahr 1920, aus französischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, gesellte sich der Sohn Otto Haas zur Geschäftsführung, der dann im Laufe der Jahre mit Els John, der letzten im Betrieb verbliebenen Tochter von Jakob Haas, den Familienbetrieb weiterleitete. Bruder Hermann Haas gründete in Singen/Hohentwiel ein eigenes Malergeschäft. Um Otto Haas, dessen künstlerisches Lebenswerk 1987 im Reuchlinhaus ausgestellt wurde, ranken sich viele Episoden. Er war eigentlich mehr Künstler als Kaufmann, weshalb es ihn immer wieder mit Staffelei und Palette ins Freie zog, wo er dann seine gleichfalls malenden Kunden und Künstlerkollegen traf. Sein handwerkliches Rüstzeug holte er sich als Schüler der Professoren Hildebrand, Joho und Müller-Salem an der hiesigen Kunstgewerbeschule.

Beim Bombenangriff auf Pforzheim kam Els John ums Leben. Otto Haas stand mit seiner Familie vor den Ruinen eines bis dahin blühenden Geschäftes. Nach einem halben Jahr, in dem die Familie in Altburg evakuiert war, kehrte Otto Haas wieder in die zerstörte Stadt zurück. In Dillstein an der Hirsauer Straße mietete er einen kleinen Laden, um mit dem Wenigen zu handeln, was es in der Nachkriegszeit zu verkaufen gab.

Als ein Kunde in jenen Tagen einmal vergeblich Künstlerpinsel suchte, antwortete Otto Haas, daß man auch mit "Daumen, Zeigefinger oder Ellenbogen" malen könnte, wenn man den Drang zur Kunst verspüre. Nach der Währungsreform, als allmählich wieder alle Malutensilien in den Regalen auftauchten, kam der Kunde wieder, glücklich darüber, daß die pinsellose Zeit mit den verschmierten Daumen endlich vorbei war.

Die Zeit schien gekommen, einen Neuanfang in Pforzheims Innenstadt zu wagen. 1950 pachteten Farben-Haas und Elektro-Jäger zusammen das Trümmergrundstück von Bäckermeister Kurz an der Lammstraße/Ecke Westliche, um dort bis 1955 in einer Doppelbaracke die Geschäfte wieder aufzunehmen. Da das Grundstück Lammstraße 4 hinzugekauft werden konnte, bot sich Otto Haas die Gelegenheit, neu und größer zu bauen. Er wagte diesen Schritt, weil er in seiner Tochter Waltraud eine große Hilfe im Geschäft fand. Waltraud Mayer-Haas heiratete 1950 den Ingenieur Willy Mayer, blieb aber in all den Jahren dem Unternehmen treu. Nachdem Otto Haas von 1970 an nicht mehr im Betrieb arbeitete, er starb 1975, lastete die ganze Verantwortung auf ihren Schultern. Seit 1977 hat sich Tochter Monika in die Geschäftsleitung eingearbeitet. Wie ihr Vater bewies Waltraud Mayer-Haas künstlerisches Talent. Im Geschäft gab sie Malkurse und restaurierte in der Nordstadtschule die beiden monumentalen Wandbilder.[1]

Einzelnachweise

  1. Pforzheimer Zeitung: Nach 101 Jahren endet Ära: Farben-Haas schließt im Oktober seine Pforten. Ausgabe vom 16. September 1989.
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