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Fürstliche Kanzlei (Pforzheim)

Von Stadtwiki

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Die Fürstliche Kanzlei[1](auch Neue Kanzlei) war Teil des Pforzheimer Schloßes.

Das Gebäude wurde 1558 von Markgraf Karl II. in Pforzheim erbaut.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Umgebung

Die Fürstliche Kanzlei wurde 1558 außerhalb des eigentlichen Schlossareals erbaut. Das Gebäude befand sich im südöstlichen Teil des heutigen Hauses Bahnhofstraße 24.

Geschichte

Die fürstliche Kanzlei befand sich ursprünglich im Schloß, in dem sie 1474 bezeugt ist. Als die ernestinische Linie der Markgrafen von Baden Pforzheim zu ihrer Residenzstadt machten wurde 1530 die Kanzlei aus Platzgründen in das Haus Schloßberg 6 verlegt. Später befand sich der Neubau der Kanzlei an der nordwestlichen Stadtmauer.[2][3]


Matthäus Merian nennt das Gebäude "Neue Kanzlei" und zeigt das Gebäude im Jahre 1643 mit einem niedrigen Rundturm an der nordwestlichen Ecke. J. Wolff beschreibt es auf seinem Plan von 1695 als "die alte Stattschreibery". Lauterbach 1744 spricht von der "alten Canzley".

Michael Hörrmann spricht auch von der "alten Canzley". Der Grundriss des Gebäude wurde von Michael Hörrmann in seinem „Hörrmann-Plan“[4]– einem barocken Grundrissplan des Schlossbereichs von 1766 – festgehalten. Er zeichnet an der südwestlichen Ecke des Hauses ein viereckiges Turmfundament.

Be den Franzosenbränden im Jahre 1692 blieb das Kanzleigebäude unbeschadet. 1744 stand noch das ganze Gebäude.

Wappenstein Karls II.

Pforzheim, Neue Kanzlei, Wappenstein von 1558, Markgraf Karl II. von Baden-Durlach (1529-1577)

Erhalten blieb die große Inschrifttafel aus dem Jahre 1558 im Stil der Renaissance, sie befindet sich heute im Archivbau. Das Giebelfeld der Inschriftentafel ist reich geschmückt. Als Relief ist dort in der Mitte ein Medaillon als Relief angebracht, das einen Kopf zeigt. Vermutlich handelt es sich hierbei um ein Porträt des Markgrafen. Das Porträt wird von Blattwerk eingerahmt.

An den Schrägflächen des Giebels steht:
ANNO. SALVATIS. MILLESIMO QINGENTESIMO. QINQUAGESIMO OCTAVO


Im Architrav steht folgende deutsche Inschrift:
CARL VON GOTTES GNADEN MARGGRAVE ZV. BADEN / VND HOCHBERG LANDGRAVE. ZV. SVSENBERG / HERR ZV RÖTTELEN VND BADENWEYLER .
Der Mittelteil der Renaissancetafel wird zwei Pilastern an den Seiten geschmückt. Zwischen den Pilastern wurde ein Relief angebracht, das das badische Wappen zeigt.
Der untere Teil wird von Rollwerk eingerahmt. Die lateinische Inschrift weist den Markgrafen Karl II. von Baden-Durlach (1529-1577 als Urheber der Tafel aus:
CAROLVS HAS PRINCEPS BADENVS CONSTRVIT AEDES. / VT SINT CONSILIIS CVRIA SANCTA BONIS. / HIC POPVLO PAR EST AEQVAS PRAESCRIBERE LEGES. /OMNIBVS EX MERITO REDDERE IVRA SVO. / AMBIGVAS IVSTO DECIDERE TRAMITE CAVSAS. / ET CELERI MISERAS FINE IVVARE PRECES / HINC PROCVL AFFECTVS ANIMI SEPONERE PRAVOS / ET REM IVDICIO NOSCERE QVAMQUE BONO

Lageplan

Lageplan
1 = Bergfried (1225-1763)
2 = Mittleres Schloßtor (1225-1768)
3 = Oberes Schloßtor (1225-1837)
4 = Schloßbrunnen (1225-1763)
5 = Marstall (1445-1841)
6 = Fruchthaus (1445-1841)
7 = Altes Gebäu (1445-1841)
8 = Neue Kanzlei (1558-1744)
9 = Neues Schloß (1537-1689)
10 = Unteres Schloßtor (1537-1861)
11 = Einnehmerei (1699-1960)
12 = Archivbau (ab 1560)
13 = Schloßbrücke (1698-1837)
14 = Ställe (1758-1841)

Einzelnachweise

  1. Haag und Bräuning 2001, S. 146.
  2. Trost 1961, S. 199 Nr. 8.
  3. Haag und Bräuning, S. 131
  4. Timm 2004, S. 245.

Literatur

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