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Museum auf dem Schafhof/Obergeschoss

Von Stadtwiki

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Museum auf dem Schafhof / Obergeschoss

Der erste Stock beherbergt neben dem großen Saal, der vom GHV für Sonderausstellungen, Vortrags- und Filmveranstaltungen genutzt wird, auch eine Küche mit Einrichtungsgegenständen aus dem 19. Jahrhundert. Die Küche wird während der offiziellen Öffnungszeiten als Café benutzt.

Das Hauptthema des großen Saales ist Maulbronn. Exponate, Vitrinen und Bildtafeln zeigen Aspekte des Lebens und der Arbeit in der bürgerlichen Gemeinde. Maulbronn als früherer Oberamtssitz war durch Beamte aber auch Bauern und Handwerker geprägt. Die Steinbruchbetriebe und die Aluminiumgiessereien drückten der Stadt einen industriell-proletarischen Stempel auf. Der Schafhof, Heimat des Museums, ist in einem Modell zu sehen.

Inhaltsverzeichnis

Historische Küche

Die Küche als sozialer Treffpunkt mit einer offenen Feuerstelle, Gerätschaften und Mobiliar des 18. und 19. Jahrhunderts entführt in die Gemütlichkeit des Biedermeier.

Der gemauerte Herd mit offener Feuerstelle wurde bis ins ausgehende 19. Jahrhundert von der bäuerlichen und ärmeren Bevölkerung genutzt. (Wikipedia zum Thema „Rauchküche”) Der Nachbau von Dieter Ziegelbauer und Mattes Sieber orientiert sich an Vorbildern um 1830.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen verschiedene Kombinationen aus Heizofen und Kochherd auf den Markt, teilweise mit seitlich eingebauten Backröhren.(Wikipedia zum Thema „Herd”) Diese waren bis ins beginnende 20. Jahrhundert gebräuchlich. Der ausgestellte Herd der Marke "Ebeha" (Erste Bruchsaler Herdfabrik) stammt aus dem Haus von Robs Mayer in der Frankfurter Straße.[1]


Spielzeug

Spielzeughaushaltsgeräte aus den 1950er/1960er-Jahren
Spielzeug Küche
Puppenküche

Im Museum auf dem Schafhof ist auch ein Blick in längst vergangene Kinderzimmer möglich.

Über die Stockwerke verteilt sind immer wieder Puppenstuben zu bestaunen, im Obergeschoß können auch einige andere Spielzeuge aus Maulbronner Kinderzimmern bewundert werden.

GHV Schaf-Spielzeug-Autorennen.jpg

BLITZ-TYP 216 RAKETEN-AUTO-RENNEN, Harzer Spielzeugschachtel / Wernigerode (DDR), 1959; mechanisches Autorennen mit Holzautos die mit Hilfe einer speziellen Gummizug-Startvorrichtung Raketenartig Richtung Ziel katapultiert werden; mit 3 Renn-Autos, 2 Start-Katapulte[2]

GHV Schaf-Spielzeug-Bahn.jpg

Eisenbahn von Hans Ludwig vormals Landwirt Stuttgarterstraße 36 (heute Reisebüro Graf) - Leihgabe der Familie

Die Blecheisenbahn der Spur 0 besteht aus einer Lok mit Schlepptender, einem Personenwagen, zwei beladenen Plattenwagen und zwei Rungenwagen beladen mit Langholz. Die Dampflokomotive mit der Kennzeichnung 302417 [3] wurde von der Firma Distler[4] hergestellt.

Distler-Lok 302417

Die Plattenwagen können keinem Hersteller zugeordnet werden. Personenwagen und die beiden Rungenwagen stammen von Märklin aus der sogenannten 3.Generation (1930- ca.1940)[5]


Steinbruch

Giesserei

Wilhelm Schenk erwarb einst ein Patent zur "Herstellung nahtloser Aluminiumgeschirre im Wege des Gussverfahrens" und gründete 1913 eine Gießerei in Maulbronn. 1914 brannte die Fabrik völlig nieder, konnte aber im folgenden Jahr wieder neu aufgebaut werden.

1921 übernahm Sohn Willy Schenk als junger Ingenieur die Aluminium-Gießerei.


Brauerei

Als während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) die Klosterbrauerei in Konkurs geriet, beteiligte sich Wilhelm Schenk an einem Nachfolgebetrieb, dem 1923 die Aktiengesellschaft "Firma Klosterkellerei Maulbronn" mit einem Grundkapital von 35 Millionen Mark während der Inflationszeit folgte. Das Unternehmen produzierte und vertrieb Malz, Bier und sonstige Erzeugnisse der Nahrungs- sowie Futtermittelindustrie und handelte mit Wein. Nebenbei betrieb er eine aus der Brauerei stammende Branntweinbrennerei.


Druckerei

Robert Friedrich Mayer übernahm die von seinem Schwager geleitete elterliche Druckerei in Maulbronn und gab die Zeitung "Maulbronner Bürgerfreund", später "Maulbronner Tagblatt", für den Oberamtsbezirk Maulbronn heraus. Die Zeitung wurde als offizielles Amtsblatt vom nationalsozialistischen "Braunen Sender" ab 1. September 1933 offizielles Bezirksamtsblatt. Im Gemeinderatsprotokoll der Stadt Maulbronn vom 19. September 1933 heißt es: "Der Vorsitzende (Bürgermeister August Kienzle) bemerkte hiezu, dass ihm diese Veröffentlichung die peinlichste gewesen sei, die er in den 17 Jahren seiner hies. Ortsvorstehertätigkeiot bekanntgeben musste; er erblicke in dieser Massnahme selbst einen Prestigeverlust für die Oberamtsstadt, die ganz unbeteiligt ist und nicht einmal gehört wurde."

In den Rechnungsunterlagen der Stadt Maulbronn ist das "Maulbronner Tagblatt" bis ins Jahr 1941 nachgewiesen.

GHV-Schaf-DerBuergerfreund.jpg

Außer der Zeitung gab Robert Mayer verschiedene lokalgeschichtliche Bücher, Klosterführer und den Titel "Bruder Ulricus" von Max Dürr, illustriert von Marianne Schneegans, heraus.

Nur durch gelegentliche Druckaufträge und den Laden der Frau konnte nach dem Zweiten Weltkrieg der Lebensunterhalt gesichert werden.


Modell-Schafhof

Das Modell zum Schafhof wurde im Maßstab 1:87 angefertigt. Es wurde von Siegfried Strobel (Maulbronn) angefertigt und im September 2010 dem Museum übergeben.


Robs Mayer

(eigentlich Robert Manfred Friedrich Mayer )

GHV Schaf-RobsMayer-Selbstportrait.jpg

Robs Mayer, Selbstbildnis, 1943


Pianoforte

Möbel

Der Schrank neben dem Eingang zur Küche wurde in Maulbronn geschreinert.

Spange datiert auf 1775 Johann Gottfried Sauter (Sohn des Closterschreiners Johann Georg Sauter).

Er stand ursprünglich im Gasthaus Löwen in Schmie.


Schubladen Schrank

Ein aus dem Bekleidungsgeschäft Druskus-Beuchle stammender Schubladen Schrank, der umgearbeitet wurde, bietet Einblicke in verschiedene Themen wie Handwerk, Gemeinde, Oberamt, Vereine oder Grenzsteinzeugen. Ilse und Rolf Kern, Peter Krüger und Martin Ehlers konnten dank der Unterstützung einiger Leihgeber die Schubladen bestücken.


Turnverein

Stadtkapelle

Urkunde für den Musikverein 1924

Im Jahre 1924 richtete die Stadtkapelle Maulbronn, gegründet 1894, das 4.Bezirksmusikfest für den Bezirk mittlere Enz aus. Das Fest dauerte vom 31.Mai bis 2.Juni und fiel mit den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Kapelle zusammen. Einen Preis beim „Wettspiel“ durfte jedoch der noch nicht einmal ein Jahr zuvor gegründete Musikverein Maulbronn mit nach Hause nehmen. Die Musiker des Vereins hatten schon vor der Vereinsgründung durch einen 3. Preis beim Musikfest in Gemmrigheim auf sich aufmerksam gemacht.

Der Musikverein war eine Gründung der jüngeren Generation die eher der Arbeiterschicht angehörte.

Ein weiteres Jahr später fusionierten die beiden Vereine, die Stadtkapelle ging im Musikverein Maulbronn auf.

Ab 1933 geriet der Verein seitens der Nationalsozialisten unter Druck: die in der Sozialdemokratie verwurzelte Kapelle, weigerte sich die Fackelumzüge der örtlichen NSDAP zu begleiten. Aktive Musiker sollten ausgeschlossen werden, das Repertoire wurde kontrolliert. Im Jahre 1938 wurde der Verein dann schließlich aufgelöst.

Zehn Jahre später, 1948, konnte der Musikverein wieder gegründet werden.

Im Jahr 2004, sechzig Jahre nach dem denkwürdigen Bezirksmusikfest, wurde dann der Musikverein in Stadtkapelle Maulbronn umbenannt[6].

Weblinks

Obstbauverein

Diplom anlässlich der Bezirks-Obstausstellung in Maulbronn 1929

Im Jahr 1920 fanden sich Maulbronner zusammen, um sich bei der Pflege und Veredelung von Obstbäumen und -sträuchern zu helfen, sowie sich Kenntnisse im Obstbau anzueignen: man gründete einen Obstbau-Verein. Leider sind aus der Gründerzeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs keine Dokumente erhalten.[7]

Stand damals zunächst die Rolle des Obstbaus als Säule der Ernährung der Bevölkerung im Fokus, änderten sich diese Aufgaben und Ziele im Laufe der Jahrzehnte hin zu den Themen Gartenkultur fördern - Landschaft bewahren.[8] So sind Baumschnittkurse, insbesondere zur Förderung und Erhaltung von Streuobstwiesen, bis heute gut besucht.

Zwar wirkt der Verein nunmehr ein Jahrhundert, meist im Stillen, wurde aber erst 2004 ein eingetragener Verein.

Weblinks


Einzelnachweise

  1. nach Dieter Ziegelbauer - Januar 2019
  2. gefunden: https://vintique-toys.de/BLITZ-TYP-216-RAKETEN-AUTO-RENNEN-Harzer-Spielzeugschachtel-Wernigerode-DDR-1959 (Februar 2021; gesichert in Internet Archive
  3. Von 1930 bis ca.1950 wurde diese Lok in immer wieder abweichenden Details hergestellt. Wurde die Lokomotive zu Beginn mit einem Uhrwerk angtrieben, bekam die Lok 1950 einen 4,5 Volt Batterie-Motor
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Distler
  5. http://www.alte-spur-0.de/maerklin/navigation/uebersicht
  6. Andreas Felche in Ehlers/Felche (Hrsg.), Maulbronn Heimatbuch Bd.2, Maulbronn 2012, S.305
  7. Andreas Felche in Ehlers/Felche (Hrsg.), Maulbronn Heimatbuch Bd.2, Maulbronn 2012, S.303 f.
  8. Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. - Leitbild


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