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Villa rustica

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Als villa rustica (Mehrzahl: villae rusticae) bezeichnet man ein Landhaus beziehungsweise Landgut aus dem Römischen Reich. Dem Herrn eines solchen Gutes oblagen meist die Verwaltung der Belange und Infrastruktur der umliegenden Region. Um Pforzheim herum liegen circa ein Dutzend der etwa tausend in Baden-Württemberg gefundenen Gutshöfe, auf städtischer Gemarkung sind es zwei.

Entlang des Römerspuren-Radwegs befinden diese sich in Enzberg, Pforzheim und Wilferdingen.

Inhaltsverzeichnis

Villae rusticae im Enzkreis (Auswahl)

Name Lage Bemerkungen
Villa rustica Altes Schloss Brötzingen siehe Hauptartikel
Villa rustica Bauschlott Bauschlott mit Badegebäude und Caldarium (Heißbad); bereits im 19. Jh. bekannt
Villa rustica Birkenfeld Birkenfeld an der Kreuzstraße; entstand um 100 n. Chr.
Villa rustica Buchwaldwiesen Wilferdingen siehe Hauptartikel
Villa rustica "Burg Ölbronn" Ölbronn Reste sind als "Burg" bekannt; handfeste Beweise fehlen[1]
Villa rustica Dallfingen Dürrn anhand von Luftbildaufnahmen nachgewiesen
Villa rustica Eisingen Eisingen vermutet siehe Hauptartikel
Villa rustica Enzberg Enzberg Ausgrabungsstätte heute sichtbar
Villa rustica Fohlenstall Pforzheim Ausgrabungen ohne Untersuchungsbericht
Villa rustica Fronäcker Lomersheim siehe Hauptartikel
Villa rustica Halde Dürrmenz vermutet, 1907 wurden Grundmauern entdeckt
Villa rustica Kanzlerwald Pforzheim siehe Hauptartikel
Villa rustica Kerzenbaum Göbrichen siehe Hauptartikel
Villa rustica Kieselbronn Kieselbronn siehe Hauptartikel
Villa rustica Kleinglattbach Kleinglattbach Flur "Achtzehn Morgen"
Villa rustica im Lettengefäll Hagenschieß eingetragen im Topograph. Atlas 1849, nachher aber keine Funde nachgewiesen[2]
Villa rustica Niemandsrain Wilferdingen siehe Hauptartikel
Villa rustica Nußbaum Nußbaum am Sandweg; bereits im 19. Jh. bekannt
Villa rustica Mutele Lomersheim siehe Hauptartikel
Villa rustica Öschelbronn Öschelbronn 1933 nach dem Großbrand entdeckt, ebenso Fund eines Votivsteines
Villa rustica Pulverdingen Enzweihingen im Acker südlich vom Unteren Pulverdingerholz Gebäudereste und viel Bauschutt
Villa rustica im Ramsbachtal Königsbach siehe Hauptartikel
Villa rustica Ranntal Nöttingen siehe Hauptartikel
Villa rustica Rauhbrunnen Friolzheim teilweise untersucht siehe Hauptartikel
Villa rustica Roßwag Roßwag erkennbar am Pflanzenwachstum, siehe Hauptartikel
Villa rustica Spitalwald Pforzheim siehe Hauptartikel
Villa rustica Wagenburg Illingen Mauerreste, Bronzegefäße und Scherben
Villa rustica Wanne Enzweihingen 1991 wurde anhand von Luftbildaufnahmen den Grundriss eines Eckrisalitgebäude sichtbar gemacht, Ziegel, Kalksteine[3]
Villa rustica Welsches Haus Illingen siehe Hauptartikel

Bilder

Sonstige römische Siedlungsplätze

Viele Fundplätze wurden nicht näher untersucht, weshalb die Funktionen dieser Siedlungsplätze nur spekuliert werden können bzw. die Liste der römischen Gutshöfe teilweise um diese erweitert werden könnte.

Lage Flur Funde/Bemerkungen
Aurich Weiler 1913 wurden vermutlich römische Grundmauern angeschnitten mit einem Eingang von 1,80 m Breite mit 60 cm stärke Seiten, welcher in einen Gelaß mit Brandspuren (Hypokaust?) und 80 cm starken Seiten führt. Möglicherweise eine villa rustica.
Corres Wiesenäcker lt. Oberamtsbeschreibung Maulbronn fand man dort "Grundmauern, römische Ziegel, Bruchstücke von römischen Gefässen, Heizröhren etc.". Das Gebäude ist möglicherweise über Pflanzenverfärbung sichtbar.
Dürrmenz Boden nachgewiesenes Gebäude (siehe Hauptartikel)
Dürrmenz St. Peterskirche Tempelanlage mit Plattengräber, Votivstein mit Nennung eines Bezirksrates, zusätzlich Bauschutt und Gebäudeecke 50 m südöstlich der Kirche
Großglattbach Schloßbuckel römische Sigillatascherben
Illingen innere Hofäcker Bei Bau der Eisenbahnlinie wurden Grundmauern, Ziegel und ein römischer Brunnen ausgegraben (Parz. 439). 1912 wurde der eine Grundmauer angegraben und später ein Fundament eines Gebäudes mit 40m Länge entdeckt. Ein weiterer Brunnen wurde ebenfalls 1912 untersucht (Parz. 456).
Illingen Holderäcker 1912 römische Scherben, Kohlereste und ein geschichteter Steinhaufen (Parz. 593).
Illingen Sogen 1912 wurde der eine Grundmauer angegraben in 1m Tiefe, 1m länge und 0,5m breite (Parz. 410).
Lienzingen Bädergasse römische Sigillatascherben (Fundjahr 1963), vermutlich Gutshof oder anderes Gebäude
Lienzingen Scherbentalbach 1930 Diana-Relief entdeckt, römische Sigillatascherben
Maulbronn Schleifhäusle/Dobelbach zwei Viergöttersteine, die im Kloster eingebaut waren. 1935 wurde rund 60 m südwestlich vom Schleifhäusle beim Hausbau in der Südostecke des Grundstücks Parzellenr. 455 eine römische Schuttschicht mit Bausteinen und Scherben angegraben. Rund 10 m davon entfernt stieß man auf eine Jupitergigantengruppe.
Mühlacker Industriestraße Kalkbrennerei, möglicherweise mit villa rustica
Niefern Kirche Römischer Grabaltar aus Niefern
Ötisheim Krautgärten lt. Oberamtsbeschreibung Maulbronn fand man dort Grundmauern, Pflaster, Backsteine, Gefässefragmente und Ziegel. Genauere Untersuchungen fehlen, daher keine genaue Funktion bestimmbar.
Vaihingen Schlimmer Wohngebäude mit Hypokaustanlage, vermutlich Gutshof. 1925 wurde bekannt, dass bei Grubenarbeiten Mauerreste und ein Keller angetroffen wurden. Zu den Funden zählen ein Tisch aus Stein, Tierknochen, Eisennägel, Schlüssel, Stück von einem Bronzesieb sowie Glasscherben, ein bemalter Stein und Keramik.[4]
Vaihingen Gemeindewiesen Mauerreste und römische Ziegel gegenüber der Einmündung des Schmietals in das Enztal.[5]
Zaisersweiher Bild Gebäudereste, Scherben; möglicherweise ein Gutshof; keine archäologische Untersuchung

siehe auch

Einzelnachweise

  1. die Villa rustica stand nur der Sage nach dort. Römische Funde fehlen, vgl. Johannes Haßpacher: Ein Dorf an der Grenze. Chronik von Ölbronn. Pforzheim 1982. S. 97
  2. Klaus Kortüm (1995): Portus, S.359
  3. Fundbericht aus Baden-Württemberg 28 (1991): S.258 und Fundbericht aus Schwaben 14
  4. Fundbericht aus Schwaben 1924-1926: S.108 ff.
  5. Fundbericht aus Schwaben 1933-1935: S.116 ff.

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